Auf dem Boden eine Flocke
Etwas vom Müsli denke ich
Als ich mich nach ihr bücke
Weicht sie aus – fliegt davon
Ein winziger Falter flirrt
Mit feinen Flügeln filigran
Hinaus aus meiner Welt
Ob er leichter lebt als ich?
Auf dem Boden eine Flocke
Etwas vom Müsli denke ich
Als ich mich nach ihr bücke
Weicht sie aus – fliegt davon
Ein winziger Falter flirrt
Mit feinen Flügeln filigran
Hinaus aus meiner Welt
Ob er leichter lebt als ich?
Mit jedem Fall von jähem Tod
Stirbt leise auch ein Stück in mir
In meiner selbstvergessenen Welt
Von sorglos-steter Wiederkehr
Doch mein Leben hält nicht still
Ich bin ja noch und brenne fort
Wie Sonne, Mond und Sterne
Nur bei weitem nicht so ewig
Mensch du bist getaktet
Das Ticken deiner Uhr
Zerhackt dir deine Zeit
Jetzt und jetzt und jetzt
Meer du kommst in Wellen
Nach ewigem Naturgesetz
Rhythmisch aber ohne Takt
Lässt du mich zeitlos sein
Flieg du Kleine
Flieg und träume
Flieg und träume dich
In ein neues größeres Leben
In Reih und Glied
Wie auf dem Feld
Einem Gräberfeld
Stehen sie im Wald
Nicht Steine noch Kreuze
Gleich einem Kerzenheer
Umschirmen diese Stelen
Noch zartes neues Leben
Es stirbt sich nicht schön
In so unwürdigen Zeiten
In denen lebendig zu sein
Allein schon trist erscheint
Und nicht einmal Trost
Und Trauer den Lebenden
Vergönnt ist wie den Toten
Die Ehre des letzten Geleits
Gut, dass er drüben nicht wohnen muss. Dieser Verhau von einem Balkon! Als wäre er eine Müllhalde. Nur leider muss er täglich draufgucken, kommt kaum daran vorbei, weil die Häuser so dicht stehen, gerade mal eine schmale Schneise lassen für einen seitlichen Blick auf etwas Grün, den alten Baum, der schon im August braun wird. Er gehört zum nahen Park, den er das letzte Mal vor einem Jahr besucht hatte – damals schon kurzatmig und in Begleitung eines Betreuers. Weiterlesen
Warum kann ich ihn nicht festhalten
Diesen Moment in dem ich alles weiß
In dem mein Geist die Welt umreißt
Wenn ich mitten in meinem Alltag
Aus der Zeit
Falle
Fasse
Ich dann zu
Verliere ich den magischen Moment
An einen schalen Hauch von Leere
Die mein Alltag restlos wieder füllt
Mit Trägheit und Vergessenheit
©Martin Bensen
Weit aufgerissene Augen
Heftiges Schlucken
Zittern
Sein Rucksack ist weg
Da sei alles drin
Alles?
Auch sein Leben?
©Martin Bensen
Viel zu spät hatte er erkannt, was mit ihm passierte. Doch selbst wenn er früher Gewissheit gehabt hätte, so wäre er doch nicht imstande gewesen, die Entwicklung aufzuhalten. Die Zeit half ihm nicht, denn die Schwindzeit war schneller. Aber warum passierte das ausgerechnet ihm? Einem, den die Menschheit nicht brauchte…
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von ©Martin Bensen
„Die ganze Sache ist die, dass die Menschen glauben, es gebe Situationen, in denen man mit den Menschen ohne Liebe umgehen dürfe; solche Situationen gibt es aber nicht!“
Leo Tolstoi
Licht an
Eine einsame Parkbank an einem Sommermorgen, auf ihr liegt ein schlafender junger Mann – modische Frisur, kurzgeschnittener Bart, fleckiges weißes Hemd, Designerjeans, Sneakers – seine Knie sind angewinkelt, dazwischen seine Hände. Vor ihm steht eine leere Wodkaflasche auf dem Boden, überall verstreut liegen Zigarettenstummel. Ein älterer Mann mit silbergrauer Künstlerfrisur, in schwarzem Leinenanzug, schlurft ins Bild, betrachtet den Jungen eine Weile, setzt sich dann auf den schmalen Platz zu seinen Füßen. Er klemmt seine Hände zwischen seine Knie, reibt sie unruhig gegeneinander, beugt seinen Körper vor und schaut ins Leere. Eine ganze Weile. Die Vögel zwitschern, sonst ist noch alles ruhig.
Der Alte:
Ach ja…
Der Junge bewegt sich etwas, grunzt, atmet hörbar aus und versucht sich vergeblich umzudrehen.
Der Alte:
Das habe ich nie gemacht. Weiterlesen
Was freute ich mich auf Zuhause! Die Fahrt war lang gewesen, zweimal war ich nur knapp am Sekundenschlaf vorbeigeschrammt. Das Adrenalin des Erschreckens hatte am Ende gereicht, um die Strecke ohne Pause durchzustehen. Jetzt befuhr ich den Zubringer in die Stadt, in meine Heimatstadt. Nur noch den Weg hoch, dann war ich endlich Zuhause. Dachte ich. Weiterlesen