Die mit den roten Köpfen
Trinken Sekt, Bier, Wein
Essen Wurst und Fritten
Das macht den Braten
Auch nicht mehr fett
Den Braten nicht
Morgens nach dem Cannstatter Frühlingsfest im Zug nach Norden …
Die mit den roten Köpfen
Trinken Sekt, Bier, Wein
Essen Wurst und Fritten
Das macht den Braten
Auch nicht mehr fett
Den Braten nicht
Morgens nach dem Cannstatter Frühlingsfest im Zug nach Norden …
Ein Hohlweg von jungem Grün
Weiter bergan ein kahlerer Wald
Stämme schwarz von Nässe
Verkohlte Äste, Rußgerippe
Es hat gebrannt am Steinberg
Doch nicht alles starb im Sommer
Nebel verhüllt, was wieder lebt
Zaghaft zart aus Dunkelholz
Kaum Blätter, sammeln sie schon
Aus tiefen Wolken Regentropfen
Zu düster ist mir nun der Wald
Der Rückweg eine bange Flucht
Unten endlich Lichter, Abendstille
Hier reicht der Blick noch weit genug
Hinüber zu rasierten Hängen
Ein anderer Tod, ein anderer Harz
Und wieder der Wald anderntags
Sonne auf Haut, kaum versöhnlich
Wirst du jemals wieder, der du warst
Niemals, sagt der Wald, und du?
Ob ich schnell
Ich liebe dich
Oder langsam
Ich liebe dich
Oder
Ich liebe dich
Oder
Ich liebe dich
Oder
Ich liebe dich
Ob ich leise
Ich liebe dich
Oder laut
Ich liebe dich
Sage, ist egal
Ich liebe dich
Sagt, was ist:
Ich liebe dich
Für dich, meine Liebe
Auf ewig
24. April 2026
Im Blütenmeer will ich baden
Dabei am Flieder emporschauen
Weißer Riese vor klarem Blau
Ein Plüschmors labt sich süß
Alleinbeteiligt, kleiner Brummgesell
Irgendwie auch ein Rabauke
Ein Flower Power People Pleaser
Und dann der Gedanke
Befruchtung heißt Vergängnis
Blüten verwehen, Früchte kommen
Das Geplänkel der Jahreszeiten
Dieser ganze Kladderadatsch
Kuddelmuddel Hummeldummel
So singe ich mein Fliederlied
Gegen die Naturvergessenheit
Eine lustige Übung im sehr ersprießlichen Schreibseminar unter der Leitung von Kea Schwarzfeld im Bildungshaus Zeppelin & Steinberg in Goslar. Aus der von den Teilnehmenden bestückten Wörterkiste binnen 15 Minuten einen Text schreiben. Ich habe mich für ein Gedicht entschieden (verwendete Wörter kursiv).
Aus der Vergängnis, dem Frostgefängnis
Bricht es wieder aus: neues, buntes Leben
Alle Farben dieser Welt, endlich helles Licht
Als wärs ein Bild von dir, mein Bruder
Und wenn der Wind durch Blattgrün rauscht
Durch mein Haar, an mein Ohr, mich tröstet
Der Gedanke, es hat dich bloß hinausgeweht
Luftig leicht, in eine andere, bunte Welt
Niemand hält den Wind, das Leben fest
Doch überall sind seine Spuren – deine!
So viele Bilder und Worte, die bleiben
Wie die Liebe – deine Spuren in uns
Für meinen Bruder Reiner (8.7.1963 – 2.4.2026)
Heute, am 1. April, schicke ich meine Lesenden nicht in den wetterlaunischen Monat, sondern in die Sechziger zurück, das Jahrzehnt meiner Kindheit. Was habe ich in der Zwischenzeit nicht alles verloren, meinen naiven Glauben an Märchen, den Osterhasen, Weihnachten, ja, auch den lieben Gott, dessen kleine Welt mir als Kind vollkommen schien. An einem 1. April gegen Ende der Sechziger verirrte sich sogar ein Wolf darin.
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Gibt es so etwas wie die »Summe der menschlichen Philosophie«. Ist sie zentral gespeichert, jederzeit abrufbar? Das legt jedenfalls Gemini nahe. Ich habe die KI von Google mit einem fiktiven philosophischen Dialog beauftragt, den ich hier auch gerne abbilden möchte. Doch am Ende habe ich mich und dann auch Gemini gefragt, ob die KI den Dialog zu ihrem oder zu meinem Gefallen geschrieben hat. Und da gab es zwei erwartbare, aber auch eine überraschende Antwort.
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Wie lange er im Morast gelegen hat, kann er nur vermuten, und selbst das liegt ihm fern, er erwacht wieder, starr vor Kälte, es muss noch Wärme in ihm sein, auch wenn es sich nicht so anfühlt und immerhin hat sie den eisigen Boden unter ihm aufgeweicht. Um Mattes herum ist die Wiese gefroren, durch einen Schleier erkennt er Grasbüschel, eine in der Abendsonne schimmernde Eisfläche unweit von ihm, er kann sich nicht bewegen, alles ist taub, aber er spürt die Nässe unter sich, riecht die feuchte Erde, modrig, moorig und immer mit diesem Hauch Gülle, während ihm die Augen zufallen, ohne dass er das Bild dieser Landschaft verliert.
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Das Personal in meinen Träumen
Ist unfreundlich, nicht menschlich
Kein Wunder, es sind Träume
Sagst du dort, wo du sonst nie bist
Nicht bist wie du – nicht du bist
Wie all das geträumte Personal
Unfassbar, unnahbar, unwirklich
Anders als in jeder Erzählung
Vielleicht, weil jeder Traum
Auch den Träumenden erzählt
Schon Gedanke, stößt er mich
In die wache Welt
Gibt es die eine Liebe? Oder ist sie vielgestaltig, von jedem Menschen unterschiedlich stark empfunden – wie der Hass? Ist die Liebe absolut? Oder gibt es verschiedene Grade? Wer oder was kann ermessen, wie sehr ich liebe? Wie will ich es vergleichen? Jede Liebe ist einzigartig und gleichzeitig universell – über ein Leben hinaus. Was sie vermag, zeigte mir ein einziger Moment kurz vor Weihnachten. Ein magischer Moment.
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Erst ganz hinten hob das Flugzeug ab, verschwand wie eine Geistererscheinung im Nebel des Novembermorgens. Hier, wo ich stand, hatte er, der jetzt mit meinem Ticket flog, jeden Tag ausgeharrt. Wie sehnsuchtsvoll er durch das Panoramafenster gestarrt hatte, zugleich geduldig, lange bevor die Maschine nach Laos an den Start gehen würde. Nur ihr galt sein Sehnen. Ich habe es beendet, jetzt war es an ihm, dass sich sein einziger Wunsch erfüllte, sein letzter in diesem Leben.
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Er war einen großen Umweg gegangen, unfreiwillig. Alles schien verändert. Eigentlich kein Wunder nach einem Vierteljahrhundert. So lange war er nicht mehr hier gewesen. Warum auch? Warum jetzt? Selbst als er sich dem Studentenwohnhaus näherte, war er sich nicht sicher, erst vor dem Eingang war er es. Aber noch immer war da das Gefühl, besser wieder zu gehen. Hätte er das nur getan, die Vergangenheit ruhen lassen.
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