Heute mal etwas Leichteres, Lustiges – eine humorvolle Umsetzung des Frusts über den Baustellen-Overload in Stuttgart und die teils merkwürdige Absperrerei …
Dazu mein Clip auf Youtube – und mein Songtext hier:
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Wald satt
Im Wald ist es früh schon wieder still
Vorbei das Singen, Flattern, Werben
Kaum dass die Tage länger waren
Legt sich Trägheit auf die Wipfel
Ich weiß ja, ihr seid dort irgendwo
Doch Schweigen macht einsam
Nur der Wind geht mich an, heiß
Hitze sickert ein ins Unterholz
Keine Kühlung also, kein frischer Trost
Gegen die Schwere in meinem Kopf
Sieh dich satt an dem Grün, sagst du
Satt sind wir, sag ich, das ist es ja
Zitronenfalter
Aus dem Blattgrün löst sich
Gaukelt leicht durch die Hitze
Ein Zitronenfalter
Fast spür ich seinen Flügelwind
Zitrusduft – eine schöne Illusion
Lebenswege
Nein, gerecht ist das Leben nicht. Suche also nicht nach einem Sinn oder auch nur nach Fairness. Das ist kein ehrlicher Wettkampf, kein Spiel – die Regeln kennt niemand. Doch alle, die leben – wer sonst? -, suchen trotzdem. Und wenn sie eine Ahnung bekommen, was für sie gilt, welcher Weg der ihre ist, biegt es plötzlich ab.
Worte aus Murretanien
Ein nasskalter Samstagmorgen in einer schwäbischen Stadt. Menschen gehen an mir vorbei, und immer dann, wenn sie mich passieren, dringen ihre Worte an mein Ohr, rausgebrochen aus Konversationen wie Rohgestein. Ich will es nicht bearbeiten, werfe die Brocken hier hin. Schon diese wenigen Steinchen formen sich zu einem kleinen Mosaik – keine Größe steckt darin, sondern Alltag.
Mürrische Geschwätzfetzen an einem faden Samstagmorgen in einer schwäbischen Stadt, in der schon größere Geister wohnten:
… und er hat ja lange keine Frau gefunden, weil er …
… und wohnt in einem Gebiet, wo auch wirklich gute Leute sind …
… mr muaß halt etz amol gucka, dass d’Richtiga regieret …
… ich lass mich nicht täuschen …
… im Buch kann man alles machen …
… ich will ja gar nicht mehr alles wissen
©Martin Bensen
Der Duft nach Heu
Der Duft nach Heu ist süß
Ein süßer Duft nach Sommer
Ein Duft nach süßen Zeiten
Auf Wiesen voller Leben
Der Duft nach Heu ist bitter
Ein bitterer Duft nach Verderben
Ein Duft nach bitteren Zeiten
Auf Feldern des Todes
©Martin Bensen
Nichtmeinland
Nichtmeinland, du mürrisches
Wieder murrst du statt zu helfen
Aus dem Murr wächst die Wut
Nichtmeinland, du schändliches
Wieder lügst du statt zu klären
Aus der Lüge wächst der Hass
Nichtmeinland, du hässliches
Wieder hasst du statt zu denken
Aus dem Hass wächst nichts
Als Vernichtung
©Martin Bensen
Der frühe Wald
Der frühe Wald ist mein Freund
Er badet mich in frischem Grün
Umduftet mich, ein Allumblüh’n
So süß, so sanft, als ob ich träumt
Der frühe Wald, ein besserer Ort
Vertreibt das schale, düstere Sein
Wenig braucht’s, mich zu befrei’n
Leicht wie ein Falter flieg ich fort
Showtime
Bevor Sie sich langweilen bei edlem Ambiente, feinstem Essen und guten Tropfen, sich dadurch nicht packen lassen, nicht durch die Show, die großartig wird, mit mir als Superstar, mit wem auch sonst, bevor das alles nicht mehr zieht und womöglich noch hässliche Fragen kommen, undankbares Pack, bevor die Party kippt, noch ehe sie beginnt, geht es endlich los, sorry, da muss ich grinsen, ich freu mich so – Showtime, Knall und Fall, wieder mal, zur besten Zeit, mit allem Drum und Dran, das Volk wird mich wieder lieben, denn ihr wollt es doch auch, das war schon immer so, ja, euch wird das Lachen noch vergehen, ein paar von euch weinen schon, ja weint nur, ihr armen Irren, ich bin unangreifbar, ich werde siegen, I’m bigger than all of you, oh my god, don’t stop, the show must go on.
Only fiction! What else in this theatre?
Red fat
Die mit den roten Köpfen
Trinken Sekt, Bier, Wein
Essen Wurst und Fritten
Das macht den Braten
Auch nicht mehr fett
Den Braten nicht
Morgens nach dem Cannstatter Frühlingsfest im Zug nach Norden …
Wandel (Harz)
Ein Hohlweg von jungem Grün
Weiter bergan ein kahlerer Wald
Stämme schwarz von Nässe
Verkohlte Äste, Rußgerippe
Es hat gebrannt am Steinberg
Doch nicht alles starb im Sommer
Nebel verhüllt, was wieder lebt
Zaghaft zart aus Dunkelholz
Kaum Blätter, sammeln sie schon
Aus tiefen Wolken Regentropfen
Zu düster ist mir nun der Wald
Der Rückweg eine bange Flucht
Unten endlich Lichter, Abendstille
Hier reicht der Blick noch weit genug
Hinüber zu rasierten Hängen
Ein anderer Tod, ein anderer Harz
Und wieder der Wald anderntags
Sonne auf Haut, kaum versöhnlich
Wirst du jemals wieder, der du warst
Niemals, sagt der Wald, und du?
Sagt, was ist
Ob ich schnell
Ich liebe dich
Oder langsam
Ich liebe dich
Oder
Ich liebe dich
Oder
Ich liebe dich
Oder
Ich liebe dich
Ob ich leise
Ich liebe dich
Oder laut
Ich liebe dich
Sage, ist egal
Ich liebe dich
Sagt, was ist:
Ich liebe dich
Für dich, meine Liebe
Auf ewig
24. April 2026