Es dämmert, die Stadt ist voller Leute und er steht da, die besten Jahre hinter sich, die Jacke über dem rechten Arm, er hat sich leicht eingedreht, vornübergebeugt, ist eingerastet, starr wie eine Wachsfigur und betrachtet so drei junge Frauen, weit genug entfernt von ihm, dass sein Blick leicht abschweifen kann, nicht aufdringlich wirkt, voyeuristisch gar, während ich ihn, den von mir Abgewandten, ruhig betrachte, mich frage, ob er nur starrt, sinnlich, sehnend, oder ob er schon betrachtet, vergleicht, mit seinen Erinnerungen abgleicht, als er noch jünger war, als junge Frauen zurückgeblickt haben, als ein Lächeln ein anderes ergab, als die Wellenlängen noch stimmten und keine Funkstille herrschte wie jetzt, da die ganze Betrachtung einseitig, die Betrachtung der Betrachtung wehmütig ist, Mitleid aber fehl am Platz, wie auch mein Impuls – eine Umarmung -, weil Trost so alt macht. Und so schal das Bier.
©Martin Bensen