Ein nasskalter Samstagmorgen in einer schwäbischen Stadt. Menschen gehen an mir vorbei, und immer dann, wenn sie mich passieren, dringen ihre Worte an mein Ohr, rausgebrochen aus Konversationen wie Rohgestein. Ich will es nicht bearbeiten, werfe die Brocken hier hin. Schon diese wenigen Steinchen formen sich zu einem kleinen Mosaik – keine Größe steckt darin, sondern Alltag.
Mürrische Geschwätzfetzen an einem faden Samstagmorgen in einer schwäbischen Stadt, in der schon größere Geister wohnten:
… und er hat ja lange keine Frau gefunden, weil er …
… und wohnt in einem Gebiet, wo auch wirklich gute Leute sind …
… mr muaß halt etz amol gucka, dass d’Richtiga regieret …
… ich lass mich nicht täuschen …
… im Buch kann man alles machen …
… ich will ja gar nicht mehr alles wissen
Martin Bensen
Monat: Mai 2026
Der Duft nach Heu
Der Duft nach Heu ist süß
Ein süßer Duft nach Sommer
Ein Duft nach süßen Zeiten
Auf Wiesen voller Leben
Der Duft nach Heu ist bitter
Ein bitterer Duft nach Verderben
Ein Duft nach bitteren Zeiten
Auf Feldern des Todes
©Martin Bensen
Nichtmeinland
Nichtmeinland, du mürrisches
Wieder murrst du statt zu helfen
Aus dem Murr wächst die Wut
Nichtmeinland, du schändliches
Wieder lügst du statt zu klären
Aus der Lüge wächst der Hass
Nichtmeinland, du hässliches
Wieder hasst du statt zu denken
Aus dem Hass wächst nichts
Als Vernichtung
©Martin Bensen