Sie liebte den Herbst hier am Meer, etwas abseits vom Treiben rund um den Port Vell. An diesen Teil des Strandes verirrten sich weniger Touristen, die angesagten Bars und die anderen Attraktionen des maritimen Teils Barcelonas lagen noch ein Stück weiter weg. Sicher, auf der Mole standen sie mit ihren Handys, fotografierten die Wolken, die sich jetzt am Abend von Gelb über Orange tiefrot färbten, um dann fast auf einen Schlag ins Silbergraue zu wechseln wie vorher schon das Meer, aber das sahen die meisten der Smartphone-Menschen schon nicht mehr. Auf ihrem Weg ins Hotel, Restaurant oder in eine der unzähligen Tapas-Bars nahmen sie vielleicht noch den Schattenriss der Frau wahr, die allein am Strand ganz nah an der Wasserlinie auf einer karierten Wolldecke saß. Sie hatte sie im Korb ihres Fahrrads mitgebracht, das neben ihr im Sand lag. Ohne jede Regung kauerte die ganz in Schwarz gekleidete Frau da, unverwandt aufs Meer hinausblickend, die angewinkelten Knie mit beiden Armen umfangend, als wollte sie sich schützen, sich kleinmachen, ganz bei sich sein.
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