Das Junigras des Wiesenlands
Durchströmen Wasserarme
Zwischen Säumen von Schilf
Bis ganz hinaus zum Horizont
Es gibt den einen Winkel
Aus dem es einem scheint
Als spiegele sich nicht darin
Als falle der Himmel hinein
Lyrik, Gedichte
Das Junigras des Wiesenlands
Durchströmen Wasserarme
Zwischen Säumen von Schilf
Bis ganz hinaus zum Horizont
Es gibt den einen Winkel
Aus dem es einem scheint
Als spiegele sich nicht darin
Als falle der Himmel hinein
Schleimig schmierig aalt er sich
Schmachtend noch, sie schmollend
Ab er schwillt und schwächt sich
Schmeckt er nicht die Schmach?
Überall der eitle Chauvinismus
Wie er aufpoppt, spammt, bedrängt
In Junkmails Kunden ständig fragt
Liebling, sag, wie war ich?
nichts an allem ist mehr btw
nichts mehr zwanglos
nichts mehr leicht
#partyverbot
nicht mehr belanglos sein
wie mein freund der mir verrät
dass er mit seiner bürstenhaarwäsche
die fingernägel reinigt
#maskenpflicht
nicht mehr sicher sein
ob die frau im zug gegenüber lächelt
und wenn sie lächelt
wie sie lächelt
#ausgangssperre
nicht mehr spüren
wie sich stille über den weinberg senkt
die erhabene des sternenweiten alls
nicht die der gruft daheim
#reisewarnung
nicht mehr kerosin riechen
ohne die sorge dass dies nur ein traum
nur der rauch des grillanzünders
nebenan sein könnte
nichts ist mehr geil oder cool
nichts mehr krass nur krass
alles ist lame
Nichts anderes ist Glück
Als dich
Wenn du freudestrahlend
Dem Regen trotzend
Ihn auch genießend
Auf mich zurennst
Bedingungslos
Zu lieben
Tropfen tropfen nicht nur so
Hier trommeln sie auf Blech
Dort prasseln sie durch Blätter
Zerplatzen auf der Straße
Zerstieben in alle Richtungen
Zerfließen zu langen Strömen
Klatschen weiter dahinein
Peitschen meine nackte Haut
In Reih und Glied
Wie auf dem Feld
Einem Gräberfeld
Stehen sie im Wald
Nicht Steine noch Kreuze
Gleich einem Kerzenheer
Umschirmen diese Stelen
Noch zartes neues Leben
So passt denn doch
Was im Leben Hab
Und jetzt noch Gut ist
In einen Pappkarton
Für den letzten Umzug
In die Gruft auf Abruf
Oben auf dem Speicher
Steht der Sarg der Dinge
Was bleibt von all den Büchern
Was mehr als Papier das vergilbt
Wie Haar auf einem alten Kopf
Ein Barthaar in der Totenmaske
Es fiel der Kirsche über Nacht
Bei sternenkaltem Himmel ein
Ob sie wohl früher als gedacht
Sich schmücken kann ganz fein
So treibt sie nach dem Morgenrot
Aus allen Knospen Blütenweiß
Und strahlt mit ihrem Aufgebot
Dem Frühlingsanfang zum Geheiß
Verzieh dich endlich graue Zeit
Sieh doch wie der Duft die Lust
Die Geilheit aus dem Eis befreit
Das Schwärmen um die Honigbrust
Was ich dir gab gibst du
Zurück wie eine alte Haut
Als wäre nur noch Last
Was uns einst fliegen ließ
Was du mal Liebe nanntest
Ist doch nicht raus aus mir
Prallt jetzt nur ab läuft leer
So wie alles und noch mehr
Wer lädt mich wieder auf
Die Welt die nur mit dir
Die beste aller möglichen
Nun jedoch unmöglich ist
Ich will dich nicht
Lieben wie mich selbst
Ich mag dich nicht
Vertraut in jeder Faser
Du sollst mir fremd
Und ein Geheimnis
Darfst mir Fährnis
Und Verderbnis sein
Aus dem Garten gegenüber
Dringt eine helle Stimme
Lieder die in diesem Moment
In dem die Kleine singt entstehen
Worte aus lauter Augenblicken
Verströmt und bald vergessen
Morgen wird sie wieder singen
Wie ein Vogel im Frühling