Ich will dich nicht
Lieben wie mich selbst
Ich mag dich nicht
Vertraut in jeder Faser
Du sollst mir fremd
Und ein Geheimnis
Darfst mir Fährnis
Und Verderbnis sein
Lyrik, Gedichte
Ich will dich nicht
Lieben wie mich selbst
Ich mag dich nicht
Vertraut in jeder Faser
Du sollst mir fremd
Und ein Geheimnis
Darfst mir Fährnis
Und Verderbnis sein
Aus dem Garten gegenüber
Dringt eine helle Stimme
Lieder die in diesem Moment
In dem die Kleine singt entstehen
Worte aus lauter Augenblicken
Verströmt und bald vergessen
Morgen wird sie wieder singen
Wie ein Vogel im Frühling
In der Ferne bellt immer
Irgendwo ein Hund
Schlägt eine Turmuhr im
Viertelstundentakt
Rauscht Verkehr wie ein
Ständiger Strom
Nur die Amsel singt
Wann immer sie will
Noch halten sie still
Die jungen Männer
Noch stehen sie nur
Hinter den Fenstern
Starren schweigend
Lauern auf etwas
Irgendwo da draußen
Ein Signal zum Aufbruch
Was werden wir noch sehen
Wenn wir unsere beiden Leben
Aneinander halten
Anders als unsere Körper
Die sich nicht berühren dürfen
Voreinander schützen
Uns nur von Ferne sehen
Den anderen wie mich selbst
In einem Spiegel
Es stirbt sich nicht schön
In so unwürdigen Zeiten
In denen lebendig zu sein
Allein schon trist erscheint
Und nicht einmal Trost
Und Trauer den Lebenden
Vergönnt ist wie den Toten
Die Ehre des letzten Geleits
Ist vielleicht ganz gut sagt sie
Das Licht draußen anzulassen
Auch wenn Straßenlaternen
Von vorn bis hinten leuchten
Ist doch diese eine Lampe
An ihrer Hauswand etwas
Wie ein Heimlicht für alle
Die vielleicht umherirren
Wenn das alles irgendwann vorbei ist
Müssen wir dann wieder lernen
Uns in die Augen zu schauen
Unseren Ton zu mäßigen
Anderen zu vertrauen
Nähe auszuhalten
Oder nicht mehr
Weil du meiner
Überdrüssig
Von mir
Gehst
Was bleibt ist immer noch viel
Ich esse, trinke, schlafe
Trinke, esse, schlafe
Schlafe trinke esse
Sehe die Welt
Meine
Kleine
Die große
Nur per Bild
In Erinnerungen
Ich denke also bin ich
Was bleibt ist immer noch viel
Vor meinem Fenster steht ein Baum
Gelbe Blätter zittern im Wind
Noch nicht bereit loszulassen
Mich in Ruhe zu lassen
Hinter meinem Fenster sitze ich
Kann den Blick nicht lösen
Von diesem Blattgewimmel
Das Blatt Papier ist leer
Gegen mein Fenster weht Schnee
Klebt daran und macht es blind
Meine Gedanken wimmeln
Aber finden nicht hinaus
(1981)
Es wollen Worte über deine Lippen
Erscheinen Schatten am Himmel
Lärm schluckt deine Stimme
Du zuckst mit den Achseln
Versuchst es mit Blicken
Doch es verfinstert sich
Dein Gesicht
Ode von 1987
Im Sonnen-Glanze liebst du das Meer um dich
Ruhst still im Spiel der Wellen mit Kiesperlen
In Felsenbuchten zwischen Spalten
Sammeln sich Schaumrosen an den Steinen
Wenn dann der Nordwind dir du Verbrennende
Durch Schluchten treibend tief in die Täler dringt
Berührt er Blüten doch an Dornen
Reißend verschlingen ihn lautlos Höhlen