Laken

Weiße Laken wehen im Wind
Wolkenfahnen, Himmelsblau
Das Fenster hat drei Ecken
Das Dach ist spitz vom Hospiz

Sein Laken bauscht sich nicht
Noch liegt er schwer darauf
Doch als die Nacht sich senkt
Weht sein Laken mit ihm fort

©Martin Bensen

Trost, beizeiten

Wenn Traurigkeit und Sorgen
Klamm dein Herz umfangen
Weite deinen Blick ins Grün
Spüre warmen weichen Wind
Lausche seinem Rauschen

Genieße frischen Frühlingsduft
Den saftigprallen Sommer
Eh der Herbst Vergängnis
Der Winter wieder Wehmut
Und trostlos tote Kälte bringt

©Martin Bensen

Manchmal und immer

Manchmal bist du
Meine Biene
So emsig
Honigsüß

Manchmal bist du
Meine Maus
So putzig
Niedlich

Manchmal bist du
Meine Katze
So geschmeidig
Gefährlich

Manchmal bist du
Meine Venus
So anziehend
Abgrundtief

Immer bist du
Meine Liebste
So bezaubernd
Vertraut

©Martin Bensen

Leichter

Auf dem Boden eine Flocke
Etwas vom Müsli denke ich
Als ich mich nach ihr bücke
Weicht sie aus – fliegt davon

Ein winziger Falter flirrt
Mit feinen Flügeln filigran
Hinaus aus meiner Welt
Ob er leichter lebt als ich?

©Martin Bensen

Im Abfluss

Dieses Buch riecht muffig
Seine Seiten sind vergilbt
Sein Autor längst verblichen
Sein Inhalt ohne Nutzen

Wie Haargeflecht im Abfluss
Ein krauses in der Lakenfalte
Spült die Nachwelt Überreste
Und jegliches Erinnern fort

©Martin Bensen

Selten der Himmel

So wenig wie der klare Himmel
Sich blau auf Meeren spiegelt
So steht für sich das Farbenmeer
Von wilden Blumen auf dem Feld

Es ist das Licht mit allen Farben
Das ein Fang der Netzhaut wird
So viel das Auge kann erblicken
So selten ist der Himmel bunt

©Martin Bensen

Zeitlos

Mensch du bist getaktet
Das Ticken deiner Uhr
Zerhackt dir deine Zeit
Jetzt und jetzt und jetzt

Meer du kommst in Wellen
Nach ewigem Naturgesetz
Rhythmisch aber ohne Takt
Lässt du mich zeitlos sein

©Martin Bensen