An jenem Abend, als ihr Mann auf den Berg stieg, blickte sie ihm vom Dorfplatz aus lange nach. Aber erst als über seinem Pfad ein blutroter Mond aufging, wusste sie, dass nichts mehr so sein würde wie zuvor.
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Zauber
Wunderwasser
Ein Märchen
Einmal in der Woche, immer sonnabends zogen die älteren Männer des Dorfes in aller Frühe hinauf auf ihren Hausberg. Sie taten dies bei jedem Wetter und selbst im tiefsten Winter. Dann war der Weg so beschwerlich, dass sie der Aufstieg gut und gerne einen halben Tag kostete. Nur einmal in der Geschichte des Dorfes blieb den Männern der Aufstieg drei Wochen lang verwehrt, zu widrig waren die Umstände, zu groß die Lawinengefahr, sodass sie um Leib und Leben fürchten mussten. In jenen Tagen strickten die Frauen ihnen Mützen aus Schafwolle, die zwar wärmten, aber doch auch gehörig kratzten, sodass die Männer den Abend herbeisehnten, an dem sie die wollenen gegen ihre leichten Nachtmützen aus lindernden Leinen tauschen konnten. In jenen drei Wochen trugen alle älteren Männer jenes Dorfes Tag und Nacht Mützen. Aber nicht wegen der Kälte allein taten sie das, denn ihre Häuser waren warm und draußen war zu dieser Jahreszeit ohnehin nichts zu tun. An Holz zum Heizen herrschte auch kein Mangel. Es gab einen anderen Grund für das Behüten ihrer Köpfe. Weiterlesen
Schnee
Zart fällt er
In flauschigen Flocken
Einzeln so leicht
Als Masse gewaltig
Weich umhüllt er
Die erstaunte Welt
Ein weißer Mantel
Und doch eiskalt
Schön malt er
Uns sein Bild
Sein Zauber ist
Zugleich sein Fluch