Lost

Damals, in den Achtzigern, habe ich einen Kurzfilm gesehen: Ein Modefotograf überschreitet die Grenze, lichtet seine Freundin mit der professionellen Kamera ab. Etwas, das sie immer abgelehnt hat. Als wüsste sie, warum: Es wird der Horror; als der Fotograf auf den Auslöser drückt, verschwindet seine Freundin. Erst denkt er, sie erlaube sich einen schlechten Scherz, bis er schließlich erkennt, dass das Unglaubliche geschehen ist: Sie bleibt verschwunden. Ist nur noch ein Foto, ein Negativ, noch dazu eines, das langsam verblasst wie eine Erinnerung, die vielleicht auch nur eine Illusion war. Und er, der die Welt bis dahin nur durch den Sucher, nur in Bildausschnitten betrachtet hat, ändert sein Leben. Lebt.
Wo bin ich jetzt? Eben noch saß ich am Laptop. Jetzt bin ich hier. Aber wo ist hier? Was zum Teufel ist das hier? Weiterlesen

Assimiliert

Er ist wie der Kubus der Borg
Der neue Zeitgeist fängt uns alle
Verleibt sich unser Leben ein
Das einst so lebenswert war

Als wir noch wussten was falsch
Was sozial und menschlich war
Jetzt im Netz ist alles gleich groß
Ist alles allen ungleich wichtig

In Panik schreien wir nach Halt
Sehen nicht die wahre Gefahr
Dass wir erst unsere Vernunft
Dann unsere Freiheit verlieren

©Martin Bensen