Worte aus Murretanien

Ein nasskalter Samstagmorgen in einer schwäbischen Stadt. Menschen gehen an mir vorbei, und immer dann, wenn sie mich passieren, dringen ihre Worte an mein Ohr, rausgebrochen aus Konversationen wie Rohgestein. Ich will es nicht bearbeiten, werfe die Brocken hier hin. Schon diese wenigen Steinchen formen sich zu einem kleinen Mosaik – keine Größe steckt darin, sondern Alltag.

Mürrische Geschwätzfetzen an einem faden Samstagmorgen in einer schwäbischen Stadt, in der schon größere Geister wohnten:

… und er hat ja lange keine Frau gefunden, weil er …

… und wohnt in einem Gebiet, wo auch wirklich gute Leute sind …

… mr muaß halt etz amol gucka, dass d’Richtiga regieret …

… ich lass mich nicht täuschen …

… im Buch kann man alles machen …

… ich will ja gar nicht mehr alles wissen


Martin Bensen