An der Förde

An der Förde liegen Leichen
Einfach so am Strand herum
Wie sie starren und verbleichen
Wie sie vergehen, still und stumm

Da hilft kein Klagen und kein Klammern 
An der Förde weht ein anderer Wind
Lass man gut sein und nicht jammern
An der Förde weht ein anderer Wind

An der Förde brechen Bäume
Aus dem Wald ins Bodenlose
Dem Hang entrutschte Träume
Ausgelaugte Ahnungslose

An der Förde thront der Wald
Über seinem bleichen Abgesang
Ein Raunen im Wind, warte nur bald
Ragt das, was noch krallt, ins Nichts

©Martin Bensen

(Musikalische Umsetzung in der Art eines Schunkel-Seemannsliedes …)

Leuchtturm

Eine Art Idylle (III)

Mein Leuchtturm ist nicht hoch. Er steht auf einer Klippe über dem Strand, dem einzigen auf meiner einsamen Insel ganz im Norden. Danach ist nur noch Meer. An den meisten Tagen ist nicht auszumachen, wo das Wasser endet und die Luft beginnt, dort am Horizont, der unendlich scheint und doch irgendwo in der Ferne zu Eis erstarrt. Weiterlesen