„Wenn ich es dir doch sage!“ Was sollte ich noch tun, um sie zu überzeugen? Warum muss ich das überhaupt noch nach dreißig Jahren?
„Es tut mir leid, aber ich kann nicht mehr.“ Sie wirkt erschöpft. Ihr Blick ist müde. Sie sieht an mir vorbei nach draußen. Wir sitzen im Esszimmer, unser Tisch steht direkt vor dem großen Panoramafenster. Da draußen steht er: ein gelber Mond an einem tiefblauen Himmel zwischen Tag und Nacht. Die blaue Stunde – unsere blaue Stunde. Wie oft haben wir uns in sie gehüllt, wie in eine flauschige Decke. Hüllenlos. Uns geliebt. Uns zum ersten Mal geküsst. Die blaue Stunde war der Anfang. Ein Zauber. Und unser Glücksbringer. Aber das Glück hat uns verlassen. Der Mond wird das auch tun. Warum glaubt sie mir nicht?