Wiener Rooftop

Ach Schatzerl du auf dem Wiener Rooftop
Kommst mit den Sackerln vom Shoppen
Bist ziemlich fesch in dem Tiger-Tanktop
Kann keine der Ladies hier toppen

Ach Schatzerl du auf dem Wiener Rooftop
Trägst du dein Haar plötzlich offen
Die Goschn grellrot und die Sprüche salopp
So leiwand und doch so besoffen

Ach Schatzerl du auf dem Wiener Rooftop
Findest du keinen zum Poppen
Du strudelst dich ab und doch wirds ein Flop
Sei halt nicht deppert geh shoppen

©Martin Bensen

Alba am Strand

Sie liebte den Herbst hier am Meer, etwas abseits vom Treiben rund um den Port Vell. An diesen Teil des Strandes verirrten sich weniger Touristen, die angesagten Bars und die anderen Attraktionen des maritimen Teils Barcelonas lagen noch ein Stück weiter weg. Sicher, auf der Mole standen sie mit ihren Handys, fotografierten die Wolken, die sich jetzt am Abend von Gelb über Orange tiefrot färbten, um dann fast auf einen Schlag ins Silbergraue zu wechseln wie vorher schon das Meer, aber das sahen die meisten der Smartphone-Menschen schon nicht mehr. Auf ihrem Weg ins Hotel, Restaurant oder in eine der unzähligen Tapas-Bars nahmen sie vielleicht noch den Schattenriss der Frau wahr, die allein am Strand ganz nah an der Wasserlinie auf einer karierten Wolldecke saß. Sie hatte sie im Korb ihres Fahrrads mitgebracht, das neben ihr im Sand lag. Ohne jede Regung kauerte die ganz in Schwarz gekleidete Frau da, unverwandt aufs Meer hinausblickend, die angewinkelten Knie mit beiden Armen umfangend, als wollte sie sich schützen, sich kleinmachen, ganz bei sich sein.
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