Nach dem Regen

Nach dem Regen
Kommt hoffentlich die Sonne

Der Traum verblasst
So gewaltig in der Nacht
Doch wie aus einer Zeit
Aus einem anderen Leben
Eine Spiegelung vielleicht
Ein Reflex von Pein in den
Hirnströmen des Schlafes
Ein Schrei, ein Echo Echo…

Tropfen trommeln noch
Hören auf am Morgen

Nach dem langen Regen
Zögert die Sonne zu scheinen
Dafür strahlt das Netz hinaus:
Töpfe glänzen, putzt man sie
Mit Zahncreme

©Martin Bensen

Die über allem thronen (Gastein)

Reisesplitter IV

Über allem thronen die, denen es an nichts mangelt, nicht ganz auf dem Gipfel, dem nur kargen und schroffen, zu weit droben, den man gut im Rücken wissen kann, weil sie doch so hoch thronen, dass sie über die Baumwipfel hinweg ins Tal blicken können, auf die Spielzeughäuser, die Matchboxautos in einem schrägen Spinnennetz von Straßen, mittendrin eine kleine gelbe Kirche mit spitzem Turm, der sich hoch gen Himmel reckt und doch längst nicht die überragt, die über allem thronen, denen es an nichts mangelt, die auch eine Krise überstehen, was nicht ausgemacht ist für die da unten,
Weiterlesen

Timeout

Warum kann ich ihn nicht festhalten
Diesen Moment in dem ich alles weiß
In dem mein Geist die Welt umreißt
Wenn ich mitten in meinem Alltag
Aus der Zeit
Falle

Fasse
Ich dann zu
Verliere ich den magischen Moment
An einen schalen Hauch von Leere
Die mein Alltag restlos wieder füllt
Mit Trägheit und Vergessenheit

©Martin Bensen

Morgens

Auf dem Bahnsteig brandet
Das Meer der Masse Mensch
Schier endlos ist der Strom
Gesichter grau und matt

Harte Sohlen trommeln
Ihr Staccato auf Asphalt
In gleichem Takt marschiert
Das Koffer Rollkommando

So entleert sich dieses Heer
In die Stadt der Glasfassaden
Der Soldat auf Position
Für eine neue Datenschlacht

©Martin Bensen