(1981)
Es wollen Worte über deine Lippen
Erscheinen Schatten am Himmel
Lärm schluckt deine Stimme
Du zuckst mit den Achseln
Versuchst es mit Blicken
Doch es verfinstert sich
Dein Gesicht
Lyrik, Gedichte
(1981)
Es wollen Worte über deine Lippen
Erscheinen Schatten am Himmel
Lärm schluckt deine Stimme
Du zuckst mit den Achseln
Versuchst es mit Blicken
Doch es verfinstert sich
Dein Gesicht
Ode von 1987
Im Sonnen-Glanze liebst du das Meer um dich
Ruhst still im Spiel der Wellen mit Kiesperlen
In Felsenbuchten zwischen Spalten
Sammeln sich Schaumrosen an den Steinen
Wenn dann der Nordwind dir du Verbrennende
Durch Schluchten treibend tief in die Täler dringt
Berührt er Blüten doch an Dornen
Reißend verschlingen ihn lautlos Höhlen
Allein steh ich an eurem Grab
Gedenke eurer, unserer Leben
Dessen, was nicht mehr kommt
Wenn überhaupt noch etwas
Es ist als frören wir uns ein
In Agonie und Einsamkeit
Und in stiller Angst erstarrt
Als wär’n wir jetzt schon tot
Doch so überdauern wir nicht
Sterben mehr als dass wir leben
Nur jene Welt liegt mir zu Füßen
Allein steh ich an meinem Grab
Ich weiß nicht ob du mir
Aus Märchen oder Sagen
Oder weil du rabenschwarz
So diabolisch stets erschienst
Wie erscheine ich nun dir
Bist du meiner dir bewusst
Und ist auch mein Erleben
Ein Gegenstand des deinen
Tübinger Forscher haben erstmals Bewusstseinsprozesse im Gehirn von Vögeln nachgewiesen – eine Fähigkeit, die man bisher nur bei Menschen und anderen Primaten belegen konnte. Durch eine Messung von Hirnsignalen sei einer Forschungsgruppe der Universität Tübingen erstmals der neurowissenschaftliche Nachweis gelungen, dass Rabenvögel über subjektives Erleben verfügen.
Dort sitzen sie sich gegenüber
Die eine redet viel mit Gesten
Auf die mit großen Augen ein
Es scheint Gewichtiges zu sein
Ein Monolog ist es wohl mehr
In dem die vielen Worte nicht
Um Verständnis buhlen müssen
Es scheint was Fesselndes zu sein
Niemand kann die Beiden stören
Selbst jener Ohrenzeuge nicht
Der herzhaft drüber lachen muss
Dass es um einen Stellplatz geht
Maschinen ruhen endlich
Muskelkraft ist jetzt gefragt
Männer in Orange und Gelb
Mit Glättekelle Reibebrett
Beton ist frisch gegossen
Da knien sie sich jetzt hin
Wie an einen langen Tisch
Den neuen Fahrbahnrand
Wo sonst nur rohe Kräfte
Geschrei und Baulärm sind
Ziehen Männerhände sanft
Fast zärtlich über den Beton
In Haufen welken Laubs
Sein Spiel ins Abendrot
Der erst noch kommen soll
Er oder sie fällt ein Urteil
Das Urteil selbst fällt nicht
Fällt niemals nur aus sich
Fällt womöglich milde aus
Doch auch das nicht von allein
Und mag es eines zum Tode sein
Ist es mindestens ein Mensch
Der entscheidet und verkündet
Und immer auch ein Henker
Der es dann vollstrecken muss
Willentlich ist der Prozess
Und selbst auf dem Schafott
Fällt wohl nichts von ganz allein
Das Fallbeil etwa ebensowenig
Wie die Falltür unterm Galgen
Die Ampel ist grün
Doch die Frau wartet
Hält ihr Handy hoch
Posiert und strahlt
Lässt es wieder sinken
Wie ihre Mundwinkel
Die Ampel ist rot
Bild um Bild
Jahr um Jahr
Haar um Haar
Falte um Falte
Was bleibt von ihr
Von all den Likes
Den kleinen Leben
Es begann mit diesem
Unsagbar unerhörten
Un… Un… Un…
Duft
Der alles was er schuf
Unsäglich unrettbar
Un! Un! Un!
Wieder enden ließ
So sehnsuchtsvoll erhofft
So bald auch schon verflucht
Erst stillt er unseren Durst
Dann weicht er alles auf
Trommelt weiter ohne Rast
Auf Dächer Haut und Nerven
Macht die meisten flügellahm
Doch manchen auch zum Täter
Wenn der Wind
In Blättern rauscht
Mein Haar zerzaust
Wehst Du hindurch
Durch meine Seele
Vielleicht nicht Du
Vielmehr das Bild
Von Dir in mir