Schlaf noch schön

Dreh dich ruhig um und schlaf noch schön

Auch morgen geht die Sonne auf
Dreht sich die Welt in ihrem Lauf
Weckt der Wind verträumte Seen
Liebkosen Bienen Orchideen

Auch morgen gehen Lichter aus
Erdulden müde Pendler Staus
Und später von Computertischen
Gehen Brunnenvergifter Menschen fischen

Auch morgen ist auf diese Welt Verlass
Schürt der Wind des Wechsels großen Hass
Wünscht die Mehrheit sich es wäre bald
Erwacht die jetzt noch schläfrige Gewalt

Dreh dich ruhig um und schlaf noch schön

©Martin Bensen

Kuss und Schluss

Ein Junge sitzt dort auf der Mauer
Lässt seine Beine lässig baumeln
Dazwischen steht ein keckes Mädchen
Zerrt seinen Kopf wild zu sich ran

Sie küsst ihn stürmisch hält ihn fest
Bedeckt Gesicht und Haar mit Küssen
Da verliebt sich dieser stolze Junge
In ihre herzhaft-süße Zärtlichkeit

Sie hält ihn noch ein Weilchen fest
Doch irgendwann erlahmt ihr Schwung
Und ehe er es recht begreift
Reißt sie sich los und ist davon

©Martin Bensen

Den langen Weg

Life is all we have to share
You know we must take care
Lovers in the wind
(…)
Love is all I have to give
It’s all I need to live
Lovers in the wind

Aus: „Lovers in the wind“ von Roger Hodgson

Du
Du lebst
Du lebst ganz glücklich so
Du bist schon gern mit dir
Du würdest aber lieber
Dein Leben teilen

Du
Du sehnst
Du sehnst Dich nach Liebe
Du hast viel Herz in Dir
Du würdest es vielleicht
Dem einen öffnen

Du
Du denkst
Du denkst du kannst nicht
Du weißt es nur noch nicht
Du nimmst eben einfach
Den langen Weg

(Zahlenmagie? Zündfolge des V-Motors, Sechszylinder: 1-2-5-6-4-3 – aus: Wikipedia)

©Martin Bensen

Ungewitter

Und wieder hüllst du meine Welt
In dein giftig grünes Dämmerlicht
Lässt hier und da ein Harmlosblau
Du verschlagen lauernde Gewalt

Und schon stichst du messerscharf
Blitzschnell aus dem Grau hervor
Lässt es krachen brennen sterben
Unbändig mit Triumphgebrüll

Und während du noch rauschhaft
Knurrend bald von dannen ziehst
Von Zerstörung, Leid und Tränen
Atmen die Verschonten heilfroh auf

©Martin Bensen

Flashback

Bei den ersten Tönen
Der Musik von damals
Verklärte sich dein Blick
Rangst du nach Worten
Flammte in deinem Herzen
Das Glück vergangener Tage
Auf
Nahm dich ganz gefangen
Ließ deine Augen glänzen
Machte dich vollends stumm
Und sang zugleich in dir
Solang das Lied erklang
Blieb alles und jeder außen
Vor

©Martin Bensen

Frühling

Merkst du wie dein Herz sich öffnet wenn
Deine Füße durch saftige Wiesen schmatzen
Deine Augen gierig alle Farben verschlingen
Deine Nase bebend Frühling saugt

Spürst du was in dir passiert wenn
Pflanzen lustvoll ihre Knospen öffnen
In alle Wesen kraftvoll Saft einschießt
Die Welt wie von Sinnen sinnlich wird

©Martin Bensen