Minne

So fliehe ich vor Menschen
Bleibe achtsam nur bei mir
Doch wo bleibt der Trost
Wenn nicht du wie sonst
Mich kannst berühren
Wenn statt Deiner Hand
Tentakeln nach mir greifen

So singe ich von Minne
Wie einst das hohe Lied
Doch wo bleibt die Liebe
Wenn nicht unsere Lippen
Sich im Kuss vereinen
Wenn sie nur von Ferne
Mit Masken sich verhüllen

So schreibe ich Dir Postings
Winke Dir auf Displays zu
Doch wo ist die Wärme
Wenn wir uns nicht nähern
Noch in die Arme nehmen
Wenn nicht ein süßer Kuss
Vergiftet könnte sein

©Martin Bensen

Was soll das?

Immer wieder begegnen mir Menschen in besonderen Situationen. Oder ich sehe etwas, das mich bewegt, meine Phantasie anregt. Schon in den 1980ern habe ich angefangen, daraus kleine Geschichten zu machen – ohne Anspruch auf Realitätsnähe oder Authentizität. Im Gegenteil: Die Menschen und Dinge in diesen Geschichten entwickeln immer ein fiktionales Eigenleben, eine neue Identität oder bekommen ein anderes Aussehen und sind damit eben nicht mehr real. Viele Geschichten nehmen auch eine ganz neue Wendung, wenn meine Phantasie es so will – sie ist nur allzu bereitwillig… Und manchmal bin es auch nur ich, dessen Erlebnis der Ausgangspunkt einer Geschichte wird. Richtig „ichig“ wird’s dann bei Gedankensplittern und Lyrikversuchen, oje… 😉

Was das soll? Keine Ahnung, Freude am gelegentlichen Schreiben, am Leben – vielleicht auch am Lesen?

©Martin Bensen