Grün sprießt nach dem Regen
Honiggelb ergießt sich Sonne
Und der Himmel wirft sein Blau
In jede kleine Pfütze
Doch allzu bald schiebt Wind
Wolken Regen Schnee herein
Schon biegt sich wieder alles
Wie erstarrt gen Osten
Grün sprießt nach dem Regen
Honiggelb ergießt sich Sonne
Und der Himmel wirft sein Blau
In jede kleine Pfütze
Doch allzu bald schiebt Wind
Wolken Regen Schnee herein
Schon biegt sich wieder alles
Wie erstarrt gen Osten
Wie seltsam friedlich der Horizont
Nicht weit, nirgendwo ein Silberstreif
Bloß ein dünner Streifen hoher Bäume
Schützt ausgedehntes Land vor Ferne
Kronen übersät von Tintenklecksen
Krähen keckern ihr karges Winterlied
In den Nebel, die frühe Dämmerung
Ja, auch dieser öde Sonntag endet bald
Wie seltsam friedlich mein Westfalen
Nichts und niemand stirbt hier laut
Unter jedem Grün ist schwarze Erde
Blatternfleckig verwölkt der Himmel
Vor meinem Fenster steht ein Baum
Gelbe Blätter zittern im Wind
Noch nicht bereit loszulassen
Mich in Ruhe zu lassen
Hinter meinem Fenster sitze ich
Kann den Blick nicht lösen
Von diesem Blattgewimmel
Das Blatt Papier ist leer
Gegen mein Fenster weht Schnee
Klebt daran und macht es blind
Meine Gedanken wimmeln
Aber finden nicht hinaus
Vor dem Winter ragen kahle Äste
In den grauen Himmel
Der Wind reißt letzte Blätter mit
Auf den nassen Boden
Das heiße Blut der Leidenschaft
Ist endlich abgekühlt
Die Kraft des Lebens weicht zurück
Es fällt in tiefen Schlaf
Was haderst du mit diesem Lauf
Treibst weiter Blüten aus
Zur Unzeit kommt dein Widerstand
Im Eis wird er erstarren
Als der Sommer sich zum Herbst verfärbte
Der mit bunten Düften für sich warb
Mich trügerisch in goldener Wärme wiegte
Um mich doch dem Winter auszuliefern
Packte ich meine verrückte unmögliche Liebe
In eine luftdichte Hülle aus Klarsichtfolie
Aus der ich doch nur weiter sehnend sah
Wie aus meinen Tränen Eisblumen wuchsen