Denken auf Autopilot – autonomes Gedankenfliegen über Abgründe. Daraus purzelt durchaus Sinnvolles, wenngleich nichts Geniales. Wie geht das? Wovor beschützt mich autonomes Denken? Weiterlesen
Autor: seitenreiterblog
Eine Kerze im Fenster
Sie stellt eine Kerze ins Fenster
Gegen die Kälte da draußen
Mehr noch gegen das Dunkel
Der Erinnerungen
Sie stellt eine Kerze ins Fenster
Am Jahrestag des Feuersturms
Auch gegen den neuen Sturm
Der Entrüstungen
Im Fenster brennt eine Kerze
Zum Gedenken ihrer selbst
Mehr bleibt nicht übrig als
Das Vergessen
Gleichrichter
Es gibt Menschen
Die Horizonte erweitern
Und es gibt Menschen
Die in einen Tunnel führen
Jene sind solche
Die denken lassen
Diese sind die
Die eintrichtern
Erstere sind zu wenige
Letztere immer die Vielen
So sehen zwar alle die Sonne
Und gehen doch ins schwarze Loch
Tag 1, D
Räson
Die Räson ist ein schleichendes Gift
Sie ist nicht Vernunft, die Verstand
Und Gefühl aufhebt als höchstes Prinzip
Unverrückbar, unbestechlich, menschlich
Die Räson ist ein schleichendes Gift
Sie tut so wichtig wie die Vernunft
Doch ist sie nur ihr blutleeres Abbild
Unnahbar, unfrei, unmenschlich
Tag X, Dreikönig, Österreich
Brief
Es bleibt auch nicht am Ende
In Liebe
Spot – 19/12/24
Solange ich mich im Wald bei meinem Selbstgespräch noch umdrehe, mich erschrocken meines Alleinseins vergewissere, solange bin ich noch nicht alt. Denke ich. Oder?
Spot – 18/12/24
Nagelstudios, Barber-Shops, Döner-Grills, Backstationen, zuckende LEDs – plötzlich ein Schild im Wind: „Hüte“, der gut sortierte Laden, und es ist, als sehe ich schwarzweiß.
Spot – 14/12/24
Der Tropfen unter der Nase des Mannes, der aus dem Jeep steigt, nur eine leere Flasche in den Altglascontainer wirft, lange davor steht, in sein Handy tippt, während der Motor läuft.
Traumgesichte (IX)
Ich muss da durch. Es ist heiß in dem dämmrigen Raum, feucht und stickig. Meinem Vordermann rinnt der Schweiß in den Kragen, die halbe Rückenpartie seines Hemdes ist bereits durchnässt. Die Kontrolle wirkt dadurch bedrohlich: Mein Vordermann breitet die Arme aus, der uniformierte Mann vor ihm, tastet mit beiden Händen Arme und Oberkörper ab.
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De-
Moll ist dir lieber als Dur
Dein Singen geht nach innen
Dein Spiel aus dir heraus
Dann lachst du bist ganz da
Bis du dann wieder gehst
Hinab zu dir ganz bei dir bist
Wo nichts ist nur alles eng
Das macht der Tunnel
Zwischen dir und draußen
Das Licht der Sog von da
Kalte Vernunft greller Tag
Brechen ein in deine Nacht
Erhellen nichts blenden nur
Zu Tränen die nicht versiegen
Dir nichts leichter machen
So wenig wie Umarmungen
Die nicht tief genug rühren
Deine Seele kaum wärmen
Vielleicht diesen Schmerz
In deinem Kopf etwas lindern
Einmal gehst du raus in die Welt
Raus aus dir in weites Land
Dort breitest du die Arme aus
Spürst du wie die Welt dich hebt?
©Martin Bensen
Spot – 13/12/24
Der Mann, der seine Schritte behutsam setzt, sich mit hochgezogenen Schultern an die Fassaden drückt und immer wieder kurz nach oben blickt – am Freitag, dem dreizehnten.
©Martin Bensen
Spots – 12/12/24
Aus nebelnassem Gebüsch schält sich eine graue Frau, eine Tüte in der Hand, die sie schüttelt und so einen Schwarm kreischender Krähen anlockt – ein paar Minuten nicht einsam.